Studieren an der USP (15.8. - ????):
Von der Ursa aus gibt es 3 verschiedene Möglichkeiten an die USP zu kommen:
man läuft: das haben wir das erste Mal gemacht, ist aber ein Fußweg von ca. 60 Minuten und geht steil bergauf und lässt sich bei den Temperaturen (tagsüber selten unter 30 Grad) und der extrem niedrigen Luftfeuchtigkeit nur mühsam bewerkstelligen.
man fährt mit dem Bus: hierzu muss man sich sehr viel Zeit nehmen, da sich die Busse an keinen bis jetzt mir bekannten Zeitplan halten. Man stellt sich an eine Haltestelle (ein blauer Pfosten) und winkt lauthals, wenn der richtige Bus kommt, schiebt sein 1,90 Reais (=70 Cent) teure Ticket in nen Schlitz und passiert ein Drehkreuz. Winkt man nicht, fährt er vorbei. Darum empfiehlt es sich immer, jemanden ohne Sehschwäche dabei zu haben, da man sonst ganz eventuell zu spät erkennen könnte, dass der Bus der gerade kommt der richtige ist, nicht winkt und dann nochmal unbestimmte Zeit warten muss. Für den 5er-Trupp, den wir die meiste Zeit formen ist diese Möglichkeit die geläufigste.
man greift zum Hörer: und ruft sich ein Moto-Taxi. Dieses bringt einen für 3 Reais hoch an die Uni. Moto-Taxis sind Motorräder, auf die man aufsteigt, den mitgebrachten Helm aufzieht, der meistens zu gross ist, da er ja jedem Fahrgast passen sollte und die mit einem dann über den von Nikolausbelag verschonten und mit Schlaglöchern gespickten Asphalt pacen. Dies ist allerdings nur realisierbar, wenn man zu zweit, vielleicht zu dritt an die Uni will.

An der USP genießen wir den Stellenwert von Doktoranden und dürfen deshalb theoretisch alle Kurse, Vorlesung und sonstige Veranstaltungen besuchen, für die wir uns interessieren. In der Realität allerdings sieht es so aus, dass wir 3-4 Kurse in Blöcken machen können, da alles andere schon angefangen hat und das verbleibende Angebot mehr als gering ist. Im Moment haben wir einen dreiwöchigen Kurs mit dem Thema „Neurobiologie des Missbrauchs von Drogen“ so gut wie hinter uns gebracht und Mitte nächster Woche beginnt auch schon unser nächster Block mit dem Thema „Hormonelle Steuerung der Insektenentwicklung“ oder so ähnlich. Das gute an diesen Blöcken ist, dass man dazwischen immer mal wieder ein paar Tage Zeit hat um irgendwo hinzufahren.
Von der Sprache her klappt es noch nicht wirklich gut. Irgendwie haben wir uns das alle einfacher vorgestellt. Wir besuchen zurzeit noch ’nen total überteuerten Sprachkurs, in der Hoffnung, dass sich baldiger Erfolg einstellt.

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